Martin Luther beschrieb seine Arbeit als Übersetzer so:

Ich hab mich des beim Übersetzen beflissen, dass ich reines und klares Deutsch geben möchte. Und ist uns wohl oft begegnet, daß wir vierzehn Tage, drei, ja vier Wochen lang ein einziges Wort gesucht und erfragt haben, und haben's doch bisweilen nicht gefunden. Im Buch Hiob hatten wir, M. Philippus, Aurogallus und ich, solche Arbeit, daß wir in vier Tagen zuweilen kaum drei Zeilen fertigbringen konnten. Mein Lieber, nun, da es verdeutscht und fertig ist, kann's ein jeder lesen und kritisieren. Es läuft einer jetzt mit den Augen über drei, vier Blätter hin und stößt nicht ein einziges Mal an, wird aber nicht gewahr, welche Wacken und Klötze da gelegen sind, wo er jetzt drüber hingeht wie über ein gehobeltes Brett, wo wir haben schwitzen und uns ängstigen müssen.

(Martin Luther, Ein Sendbrief vom Dolmetschen, Nürnberg, September 1530)

Wäre es nicht schön, wenn alle Menschen auf unserem Planeten ohne Hindernisse miteinander kommunizieren könnten? Wenn ein Mensch etwas schreiben oder sagen könnte und alle anderen verstünden ihn? Doch bei weit über 6 000 Sprachen auf dieser Erde und ohne den Universalübersetzer aus StarTrek bleibt das ein schöner, aber unerfüllbarer Wunsch. Unerfüllbar? Nicht ganz, denn zur Verständigung untereinander gibt es Fachleute, die bei der Vermittlung helfen:

Übersetzer und Dolmetscher

Doch warum einen Übersetzer beauftragen, wenn der Nachbar, Kollege oder Freund das doch auch machen kann? Der Übersetzer ist ein Fachmann. Er kennt sich in den Sprachen aus. Idealerweise hat er ein fundiertes Fachwissen, um immer die richtigen Worte zu finden. Lassen Sie Ihr Auto nicht auch lieber in einer Fachwerkstatt reparieren, anstatt von einem Nachbarn, Kollegen oder Freund? Und ganz so lang wie Herr Luther brauchen wir dank moderner Hilfsmittel dann auch nicht mehr, auch wenn qualitativ hochwertige Übersetzungen und Verdolmetschungen immer noch von Menschen gemacht werden.

Sie schreiben in Ihrer Muttersprache und Ihr Gegenüber liest Ihren Text in seiner Muttersprache.


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